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Bonnes ou mauvaise adresses

Samedi 6 novembre 2010 6 06 /11 /Nov /2010 21:52

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In Havanna blieben uns noch zwei Tage um uns von Kuba zu verabschieden. Dies ist nicht so einfach – da dieses Land doch eine gewisse Faszination ausstrahlt. Man hat irgendwie das Gefühl dass man irgendwann wieder hierher zurückkommen wird. Im Gegensatz zu den anderen Ländern die wir bereist haben musste man auch nie Angst haben. Die Polizeipräsenz ist sehr hoch und die Touristen werden ganz klar geschützt. Das Risiko in einem kubanischen Gefängnis zu landen wegen einem Diebstahl ist den Leuten einfach zu gross. Was aber fast alle versuchen ist, an CUC (die starke Touristenwährung) zu kommen. Sie geben z.B. zu wenig Rückgeld oder verlangen ein bisschen zuviel. Die ganze Thematik rund um die Währung ist ein immerwährendes Dilemma. Durch die Erschaffung einer 2. Währung wurde in einem kommunistischen Staat eine Zweiklassengesellschaft erschaffen. Was ja ganz klar gegen das Ideal von Gleichheit geht. Nun gibt es die Reichen die an CUC herankommen und die Armen mit der nationalen Währung, welche 25x schwächer ist. So kommt es soweit, das Leute die im Tourismus arbeiten und Trinkgeld bekommen viel mehr verdienen als z.B. Ärzte. Dies führt auch dazu dass die Arbeitsmotivation der Leute gleich null ist. Da sie ja kaum was verdienen, haben sie auch keine Lust wirklich zu arbeiten. Viele arbeiten deshalb gar nicht und leben von dem, was jeder vom Staat zugeteilt bekommt. Falls sie aber arbeiten geht alles ganz langsam, so dass ein kleiner Einkauf eine Stunde dauern kann. :-).

 

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Luc war nun sehr auf den Fernseher fixiert, da die WM begonnen hat. Und kaum zu glauben, wenn man das ansonsten stark zensurierte Fernsehen kennt, Kuba übertrug restlos alle Spiele. So passten sich die letzten paar Tage in Kuba dem Spielprogramm an.

 

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Wir besuchten noch eine der bekannten Tabakfabriken. Es war unglaublich die vielen Arbeiter zu sehen die bei der Produktion, der grösstenteils von Hand angefertigten Zigarren, beteiligt sind. Die Arbeit muss sehr genau sein und die Kontrollen sind sehr streng. Doch dann entstehen einige der bekanntesten Zigarren der Welt wie z.B. Romeo & Julieta, Montecristo, Bolivar, Bartagas, Robaina & Cohiba. Leider sind sie so teuer, dass wir kaum etwas kaufen konnten.

 

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Nun stand uns der Flug zurück nach Buenos Aires bevor. Wir wurden uns nun sehr bewusst, dass unsere Reise bald zu Ende sein wird. Dies erfüllte uns mit gemischten Gefühlen. Ich freute mich wirklich sehr darauf alle wieder zu sehen sowie auf das saubere Bett und Badezimmer. Hingegen dem Ernst des Lebens bald wieder in die Augen blicken zu müssen erfüllte unser Herz nicht nur mit Freude. 

Par jeanlucetrael
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Samedi 6 novembre 2010 6 06 /11 /Nov /2010 21:41

Hatten wir doch schon von Vielen gehört dass das Viñales-Tal ein ganz spezielles Örtchen sei. Und recht hatten sie Alle. Bereits die Fahrt war wunderschön und erfüllte uns mit einer angenehmen Ruhe. Die weite grüne Landschaft, mit Palmen nur so beschenkt, ist einfach wunderschön. Viñales an sich hat kaum was zu bieten, aber wegen dem Dorf fährt man auch nicht hierher. Der Anziehungspunkt ist ganz klar die Natur.

 

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Wir kamen zu einer tollen Familie die uns sehr freundschaftlich empfing. Kind, Eltern und Grossvater erzählten uns Geschichten und lösten einige der Rätsel von Kuba für uns. Wir spielten gemeinsam und sehr emotional Domino und sie zeigten uns wie Kaffe und Tabak wachsen. Der Grossvater rollte Zigarren und erklärte uns auf was man dabei achten muss. Danach blieb das gemeinsame Rauchen der Zigarre natürlich auch nicht aus.

 

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Am ersten Tag gingen wir reiten. Da dies das 2. Mal während unserer Reise war, hatte ich keine Angst mehr davon. Was auch nicht nötig gewesen wäre, denn die Pferde waren diesmal superlahm! Die Herausforderung lag eher im unebenen Gelände. Wir ritten stundenlang durch die schöne Gegend und genossen es in dieser Wildnis sehr. Wir sahen die Tabakanbauten, welche von den besten der Welt sein sollen. Die Ruhe und Zufriedenheit des Führers war ansteckend und so kamen wir rund um wohl nach Hause. Nur das Füdli tat uns furchtbar weh und man sagte uns morgen werde es noch viel schlimmer sein ...

 

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Am nächsten Tag mieteten wir einen Scooter um noch viel mehr von dieser grünen Landschaft zu sehen. Wir fuhren los um eine Höhle anzuschauen, welche leider geschlossen war. Stattdessen besuchten wir ein Denkmal an die Revolution von Cuba. Dies war sehr komisch, da uns die Ideen des Kommunismus doch immer noch sehr fremd sind. Wir gaben uns Mühe interessiert auszusehen und uns unser Unverständnis nicht gerade ansehen zu lassen. Als die Führung endlich vorbei war, fühlten wir uns aber erleichtert. Danach rollten wir in die andere Richtung davon. Dabei übersahen wir ein «Stoppzeichen», welches allzuklein war und am Boden nicht gekennzeichnet war. Die Polizei hielt uns an, sagte kein Wort der Erklärung und beschrieb ein Formular das wir unterschreiben sollten. Ich fragte ihn was ich denn unterschreiben solle und er sagte eine Busse. Wir glaubten im falschen Film zu sein, denn wir wussten nicht einmal für was. Ich wurde dann ziemlich „ranzig“ und forderte eine Erklärung, er sagte nur wir seien über ein «Stopp» gefahren. Ich war recht unanständig zu ihm, hielt aber meine Stinkwut doch ein wenig zurück, da ich keine Lust hatte in Cuba im Gefängnis zu landen. Die Familie in unserem Casa versuchte uns zu helfen aber erfolglos. Wir mussten die Busse von etwa 40 SFR bezahlen, was bei ihnen etwa einen Monatslohn ausmacht. Shit happens. 

 

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Par jeanlucetrael
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Samedi 6 novembre 2010 6 06 /11 /Nov /2010 21:31

Da unsere Reise sich dem Ende neigte und wir unser Budget nie übermässig strapaziert hatten entschieden wir uns noch für einige Tage auf einer Insel im 5*-Hotel. Dies kostete uns dann aber doch einige Dollars. Wir wurden mit dem Bus hingeführt und erwarteten ein eher kleines Hotel, doch was uns erwartete war eine Riesenanlage. Obwohl wir auf den ersten Moment darüber nicht überglücklich waren, wurden es ein paar tolle Tage.

 

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Unser Zimmer war sehr gross. Wir konnten unser Hab und gut überall ausbreiten, was wir uns gar nicht mehr so gewöhnt waren. Und es glaubt es niemand, was man so alles in einem 60 Liter Rucksack verstauen kann. Das Hotel entsprach nicht einem 5*-Hotel nach Schweizerstandard, aber es war sehr angenehm. Der Strand war nicht überfüllt und wir genossen einige schöne Stunden dort unter Strohsonnenschirmen. Die Getränke und Drinks waren „Inclusive“, so dass man eigentlich kaum etwas mit herumschleppen musste. Leider wurden wir doch immer mal wieder ein wenig rot, so dass man am nächsten Tag eher das Zimmer als den Sand von Nahem betrachten konnte.

Die vielen Restaurants freuten uns sehr, doch die vielen Gramme die langsam aber sicher an Hintern & Bauch hängen blieben störten uns doch ein bisschen. Wir gaben uns Mühe sie einfach zu ignorieren.

 

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Nebst Strand versuchten wir uns mit Billiard, Glacen essen, Tennis und dem eher schlechten Abendprogramm. Spannend waren aber vor allem die anderen Touristen und wir amüsierten uns über dick und doof, schlank und rank, aufgepimpte Frauen, rotverbrannte Sonnenanbeter und über viele komische Gestalten mehr. Gut weiss man nicht, was die Anderen über uns tratschen.

 

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Wir wären gerne noch ein bisschen länger geblieben aber das wurde dann doch zu teuer. Und so verabschiedeten wir uns wieder vom luxuriösen und bequemen Leben und machten uns auf den Weg ans Festland.

Par jeanlucetrael
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Samedi 6 novembre 2010 6 06 /11 /Nov /2010 21:21

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Vom ausgeprägten Land kamen wir wieder in die Stadt. Ein weiteres Mal trafen wir eine schöne gepflegte Stadt an - Cienfuego. Wir waren nur kurze Zeit dort und machten unter anderem einen Ausflug mit 2 Einheimischen zu einer nahe gelegenen Burg. Es stellte sich aber heraus, dass sie viel eher den Ausflug auf unsere Kosten machen wollten, als uns wirklich etwas von ihrer Gegend zu zeigen.

 

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Wir blieben nur kurz in Cienfuego, weil wir unbedingt noch das berühmte Trinidad besuchen wollten. Dort begegneten wir einer ganz speziellen Architektur. Anders als in Havanna aber voller kleiner Überraschungen. Die abgeblätterten Fassaden, das Klopfsteinpflaster, die verrosteten Fenstergitter, die alten Velos und die antiken Wagen boten eine Vielfalt an Fotomotiven. Die Kubaner sahen aus wie im Fotobüchlein - braungebrannt, mit offenem Hemd und einem Stumpen im Mund. Jedoch hatte Trinidad auch eine starke Schattenseite. Im Gegensatz zu den anderen Orten waren die Leute aufdringlich und ein Spaziergang war deshalb so anstrengend dass man bald wieder zurück ins Casa wollte. Kurz gesagt haben wir auch von diesem Ort nicht sehr viel gesehen, da wir uns beide nicht von unserem Buch trennen konnten. Wir lasen und lasen und lasen bis uns die Augen zufielen. Da wir sonst kaum lesen gaben wir ein komisches Bild ab. Keiner wollte gestört werden und niemals waren wir zur gleichen Zeit an einem Abschnitt, wo man hätte aufhören können. Wie Eigenbrödler genossen wir die gemütliche Atmosphäre im Hinterhof unseres Casa’s und unterbrachen diese Stimmung nur wenn der Hunger oder Durst uns plagte.

 

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Par jeanlucetrael
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Samedi 6 novembre 2010 6 06 /11 /Nov /2010 21:07

Es stellte sich als gute Entscheidung heraus, dass wir die Einladung von Ramon (mein Sitz-Nachbar im Flugzeug) angenommen haben. Wir erlebten in Manquito das kubanische Leben sehr eindrücklich. Doch Manquito befindet sich völlig in der Pampa, wo natürlich kein Touristenbus hinfährt. Deshalb mussten wir ein Taxi nehmen. Das Taxi war ne alte Karre und inoffiziell. Trotzdem mussten wir 50SFR dafür bezahlen aber besser als 120SFR, der Preis des offiziellen Taxis. Die Familie, die wir besuchten war die von Ramons Frau Sonia. Doch da ihre Mutter auch Sonia heisst, wird die Tochter Sonita genannt, was soviel wie kleine Sonia heisst. Sonita und Ramon leben in Chile und sind momentan in den Ferien in ihrem Heimatland.

 

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Der Besuch bei Sonia und ihrer ganzen Familie gab uns die Möglichkeit das Landleben von Kuba kennen zu lernen. Nach kurzer Zeit kannten wir die ganze, grosse Verwandtschaft. Immer wieder kamen Onkel, Tanten, Geschwister, Cousins, Nichten oder so was auf einen Kaffe vorbei oder wir besuchten sie in der umliegenden Gegend. Es war nicht ganz einfach den Überblick zu erhalten. Aber alle hiessen uns, ohne grosses Nachfragen wer wir sind, in ihren Häusern willkommen. Alle hatten ein kleines Haus, zwar nicht mit viel Luxus aber gemütlich. In den Hintergärten hatte es immer Bäume mit vielen Früchten. So lernten wir die tropischen Früchte Kubas kennen. Es gibt viel mehr als z.B. Kokus, Banane, Mango, Ananas und Papaya die wir auch kennen. Andere Beispiele sind: Mamey, Guanabana, Guayaba, Marañon, Siruela & Chirimoya. Alle haben so komische Namen, dass wir sie immer wieder vergessen. Und so war es jedesmal wieder eine Überraschung, welche Frucht denn jetzt auf den Tisch kommt. Am Schluss haben sie uns alle aufgezeichnet und beschrieben, damit wir uns endlich erinnern können.

 

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In den vielen Diskussionen die wir führten, lernten wir viel über Land und Leben, obwohl die Meinungen untereinander stark abwichen. Der Vater war noch fest geprägt von den Überzeugungen der Revolution und des Sozialismus, bei den Jungen bemerkte man vielmehr auch Verwirrung und Unzufriendenheit, z.B. über die grosse Schwierigkeit zu reisen, den kleinen Hungerslohn, das Dilemma der zwei Währungen usw. Bei ihnen zu sein half uns Kuba besser zu verstehen. Denn die Regierung möchte nicht, dass die Touristen Kuba verstehen und die Bevölkerung beeinflussen. Ein wichtiges Beispiel dafür ist, der Transport. Mit öffentlichen Verkehrsmittel an einen Ort zu gelangen der nicht extra für Touris ist, ist ausser mit sauteuren Taxis unmöglich.

 

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Die Transportmittel an sich sind sowieso ein Thema für sich. Da Kuba ausser Venezuela seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks kaum noch Verbündete hat, ist das Auftreiben von Treibstoff zu einem schwierigen Unterfangen geworden. Benzin ist sehr teuer, Autoimport ist schwierig, so dass nur die wirklich Reichen ein Auto besitzen. (Doch wenn sie eins besitzen dann meist einen hammermässigen antiken amerikanischen Schlitten :-) So ist die Reise zur Arbeit oder sonstwohin für die Kubaner jeden Tag ein Kunststück. Busse sind knapp und überfüllt, so wird jedes vorübergehende «Vehikel» zu einem möglichen Transportmittel. Alle warten am Strassenrand auf Lastwagen, Pferdewagen, Motorräder mit Seitenwagen, Autos usw. bis sie Jemand gegen ein kleines Entgelt in die richtige Richtung mitnimmt. Alle dieser Fahrzeuge sind dann jämmerlich überfüllt und wiederspielgeln eine der Schattenseiten Kubas.

 

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Wir assen 2 Tage lang super und lernten typisches kubanisches Essen kennen. Z.B. Reis mit schwarzen Bohnen, eine Art Polenta, welche in den Blättern zubereitet wird und wir assen auch zum ersten Mal in unserem Leben Langoste (Hummer). Sie gaben sich ungalublch Mühe und wir genossen es sehr.

In Kuba hat es oft keine Fenster. In den Fensterrähmen stecken einfach Holzlamellen die öffen- oder zugestellt werden können. Meisstes sind sie offen. Dies führte dazu, dass sich zu meinem Schrecken ein «Eidechsli» in unser Zimmer schlich. Ich hatte die ganze Nacht Angst, dass es in meinen Mund klettert und träumte davon dass es in meine Ohren kroch.

 

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Zusammengefasst haben wir wirklich zwei supergute Tage in Manquito verbracht!!! Und wie erwartet wollten sie kein Geld und wären sonst beleidigt gewesen. Wir haben ihnen Seifen dortgelassen und Ramon damit beauftragt Sonia und ihrem Mann etwas zu kaufen, was sie wirklich brauchten.

Bei der Weiterfahrt erlebten wir den kubanischen Transport hautnah. Ramon steckte uns (verbotenerweise) in einer dieser vollen Lastwagen rein und sagte dem Fahrer er müsse uns mitnehmen. Die Fahrt war holprig, eng und lang aber spannend und unglaublich billig. Wir bezahlten für fast drei Stunden etwa einen Schweizerfranken.

 

Par jeanlucetrael
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