In Havanna blieben uns noch zwei Tage um uns von Kuba zu verabschieden. Dies ist nicht so einfach – da dieses Land doch eine gewisse Faszination ausstrahlt. Man hat irgendwie das Gefühl dass man irgendwann wieder hierher zurückkommen wird. Im Gegensatz zu den anderen Ländern die wir bereist haben musste man auch nie Angst haben. Die Polizeipräsenz ist sehr hoch und die Touristen werden ganz klar geschützt. Das Risiko in einem kubanischen Gefängnis zu landen wegen einem Diebstahl ist den Leuten einfach zu gross. Was aber fast alle versuchen ist, an CUC (die starke Touristenwährung) zu kommen. Sie geben z.B. zu wenig Rückgeld oder verlangen ein bisschen zuviel. Die ganze Thematik rund um die Währung ist ein immerwährendes Dilemma. Durch die Erschaffung einer 2. Währung wurde in einem kommunistischen Staat eine Zweiklassengesellschaft erschaffen. Was ja ganz klar gegen das Ideal von Gleichheit geht. Nun gibt es die Reichen die an CUC herankommen und die Armen mit der nationalen Währung, welche 25x schwächer ist. So kommt es soweit, das Leute die im Tourismus arbeiten und Trinkgeld bekommen viel mehr verdienen als z.B. Ärzte. Dies führt auch dazu dass die Arbeitsmotivation der Leute gleich null ist. Da sie ja kaum was verdienen, haben sie auch keine Lust wirklich zu arbeiten. Viele arbeiten deshalb gar nicht und leben von dem, was jeder vom Staat zugeteilt bekommt. Falls sie aber arbeiten geht alles ganz langsam, so dass ein kleiner Einkauf eine Stunde dauern kann. :-).
Luc war nun sehr auf den Fernseher fixiert, da die WM begonnen hat. Und kaum zu glauben, wenn man das ansonsten stark zensurierte Fernsehen kennt, Kuba übertrug restlos alle Spiele. So passten sich die letzten paar Tage in Kuba dem Spielprogramm an.
Wir besuchten noch eine der bekannten Tabakfabriken. Es war unglaublich die vielen Arbeiter zu sehen die bei der Produktion, der grösstenteils von Hand angefertigten Zigarren, beteiligt sind. Die Arbeit muss sehr genau sein und die Kontrollen sind sehr streng. Doch dann entstehen einige der bekanntesten Zigarren der Welt wie z.B. Romeo & Julieta, Montecristo, Bolivar, Bartagas, Robaina & Cohiba. Leider sind sie so teuer, dass wir kaum etwas kaufen konnten.
Nun stand uns der Flug zurück nach Buenos Aires bevor. Wir wurden uns nun sehr bewusst, dass unsere Reise bald zu Ende sein wird. Dies erfüllte uns mit gemischten Gefühlen. Ich freute mich wirklich sehr darauf alle wieder zu sehen sowie auf das saubere Bett und Badezimmer. Hingegen dem Ernst des Lebens bald wieder in die Augen blicken zu müssen erfüllte unser Herz nicht nur mit Freude.